Atrean Hussars

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Thomas Hessedenz
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Thomas Hessedenz » Mi Mai 13, 2015 12:22 pm

New Syrtis, Federated Suns


Chiyoko saß auf dem Sessel gegenüber des großen Bettes. Entgegen dem ersten Anschein war er durchaus gemütlich und bequem. Sie war überrascht über den angenehmen Komfort des Gästezimmers. Für ihre Verhältnisse war es sogar fast schon luxuriös.
Sie begann eine stille Meditation während ihr Begleiter unter der Dusche stand. Die Reise von Ling nach New Syrtis war beschwerlich gewesen. Sechs Wochen in der Enge eines Landungsschiffes waren für jemanden wie Chiyoko, die sich nur ungern in Gesellschaft aufhielt, fast schon so etwas wie Folter. Da halfen auch die Privilegien eines Diplomaten wenig.

Sie beendete ihre Meditation, stand auf und ging zum Fenster. Sie zog die Vorhänge beiseite und genoss die letzten Sonnenstrahlen des Tages auf ihrem Gesicht. Nach ihrer Ankunft auf New Syrtis war sie zusammen mit ihrem Begleiter von einem Schweber am Raumhafen abgeholt und zur Botschaft der Liga freier Welten gebracht worden. Von dort hatte sie gleich ihre Nachricht an Matthew Barlow abgeschickt und sich um einige andere Dinge gekümmert. Erst jetzt fand sie ein bisschen Zeit zur Ruhe zu kommen.

Sie zog die Vorhänge wieder zu und ging zurück zu dem Sessel um erneut zu meditieren. Sie wurde nur einmal unterbrochen als ein Attaché sie darüber informierte dass Mr. Barlow die Einladung zum Dinner angenommen hatte. Noch so etwas, dass sie nicht mochte. Sie war nicht sehr gut in gesellschaftlichen Anlässen. Und mochte sie auch nicht. Langsam fragte sie sich, warum sie sich überhaupt hatte überreden lassen auf diese Mission zu gehen. Sie war weich geworden. Mit der Entscheidung, Thomas Kiyomori in die Liga zu begleiten, hatte es angefangen. Das disziplinlose Leben in der Liga hatte sich langsam aber sicher auch in ihren Geist geschlichen.

Drei Tage später saß Chiyoko wieder in dem Sessel. Sie ließ sich die Geschehnisse des vergangenen Abends noch einmal durch den Kopf gehen. Matthew Barlow war in Begleitung von Kym Sorenson zu dem Dinner erschienen. Es war ihr ein schwacher Trost dass der Davion Offizier sich genauso unwohl gefühlt hatte wie sie selbst. Zudem hatte sie die Anwesenheit von Mrs Sorenson ertragen müssen. Seit sie der Frau das erste Mal begegnet war, hasste sie sie abgrundtief. Sie konnte noch nicht einmal genau sagen warum. Sehr zu ihrem Bedauern hatte General Kiyomori es verboten feindliche Agenten zu liquidieren. So blieb ihr nichts anderes übrig als sich ihren Fantasien hinzugeben, was sie der Agentin alles antun würde. Noch so etwas dass sie erst tat seit sie auf Ling war. Es hatte sie viel Anstrengung gekostet ihre Gefühle nicht offen zu zeigen. Sie war froh, dass Mr. Porter die meiste Zeit das Reden übernommen hatte.

Es hatte sie überrascht wie wortgewand und leidenschaftlich der ehemalige Mechkrieger sein Anliegen vorgetragen hatte. Er wollte das Kommando über die Streitkräfte einer privaten Sicherheitsfirma übernehmen, deren Aufgabe darin bestehen sollte, die Klinik und medizinische Universität auf Ling zu beschützen und die Sicherheit der Patienten und Angestellten dort sicherzustellen. Problematisch daran war, dass er offiziell noch immer ein Mitglied der AFFS war. Er hatte Matthew Barlow mit fast schon rührenden Worten gebeten, seinen Einfluss beim Duke geltend zu machen und seine Entlassung aus der AFFS zu erwirken. Genauso bewegend hatte er alle Zweifel des Davion Offiziers an seiner neuen Loyalität ausgeräumt. Die Aussage, dass seine Loyalität nicht General Kiyomori sondern dem Klinikprojekt zur Gewebeerneuerungstechnik gelte, hatte Barlow sehr beeindruckt. Sie waren so verblieben, dass Barlow sich Gedanken machte und sie dann über seine Entscheidung, ob er ihnen helfen würde, informierte.

Chiyoko stand auf und strich ihre Hose glatt. Es war Zeit Mr. Porters Familie zu begrüßen und ihr zu erklären warum sie auf New Syrtis in die Botschaft der Liga freier Welten eingeladen waren. Und sie darauf vorzubereiten, dass sie ihren Mann und Vater wiedersehen würde. Anschließend hatte sie noch Vorkehrungen zu treffen für den Fall dass Mr. Porter nicht aus den Davion Streitkräften entlassen würde. Vor den Behörden würde ihre diplomatische Immunität die Familie verstecken. Sie allerdings an den Agenten vorbei, die Mr. Porter zur Befragung festnehmen sollten, in den Marik Raum zu schaffen, war eine immense Herausforderung, die präziser Planung bedurfte. Und damit war Chiyoko endlich wieder in ihrem Element.
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Thomas Hessedenz » Fr Jun 05, 2015 10:43 am

Alshain, Free Republic Rasalhague

Thomas Kiyomori saß im Gras am Hang eines kleinen Berges. Pünktlich mit seiner Ankunft auf Alshain war der Frühling gekommen. Der Hang war übersät mit zahlreichen Blumen, die ein vielfältiges Farben- und Duftpotpourri schufen. Thomas genoss die Auszeit. Seit seiner Ankunft vor acht Wochen hatte er pausenlos gearbeitet. Und nun, da seine Bemühungen die ersten Früchte trugen, fand er dass es Zeit für eine kleine Pause war. Also war er mit Hawira Yakazuna hierher gekommen. Sie zelebrierten die klassische japanische Teezeremonie. Der erste Schluck des heißen Getränks ließ eine zentnerschwere Last von ihm abfallen. Er genoss die drei Stunden, in denen die beiden Männer nicht ein Wort wechselten. Nachdem sie die Teeutensilien wieder sorgfältig in der Transportbox verstaut hatten, saßen die beiden noch eine ganze Weile stumm nebeneinander und beobachteten das Geschehen im Tal.

Offensichtlich war es eine gute Entscheidung gewesen weitere Truppen nach Alshain zu verlegen und dort selbst das Kommando über die Mariktruppen zu übernehmen. Denn wie er es erhofft hatte, hatte der Drache endlich die lang ersehnte Rückeroberung gestartet. Vor knapp drei Wochen waren die ersten Kuritaverbände gelandet. Und nach einem ersten Rückschlag hatten sie schnell wichtige Erfolge erzielt.
Die Szenerie, die die beiden Männer nun im Tal verfolgten, war ein Gefecht zwischen dem zweiten Bataillon der Atrean Hussars und einem Bataillon der 11th Legion of Vega. Die Husaren hatten den Befehl, durch Hit and Run Attacken den Vormarsch der Legion zu verlangsamen. Sie sollten den arg gebeutelten Rasalhagern die Zeit erkaufen sich neu zu formieren und aufzumunitionieren. Eine Mission, die seine Krieger erfolgreich meisterten. Sie hatten die Legion schon deutlich länger aufgehalten als sie hätten sollen. Aber das war notwendig um Thomas' eigene Pläne umzusetzen.

Zum einen führten die Hussars eine Kompanie erbeuteter Kurita Mechs ins Feld. Die Piloten hatten Befehl beim Auftreten erster schwerwiegender Schäden die Maschinen aufzugeben. Eine einfache aber sehr stilvolle Art dem Drachen seine verlorene Ausrüstung zurück zu geben. Hawira hatte Bedenken geäußert dass die Rasalhager dieses Vorhaben bemerken könnten. Aber die waren viel zu sehr damit beschäftigt nicht von den Draconiern überrannt zu werden um eine genaue Analyse der Marikoperationen durchzuführen. Und selbst wenn es jemandem auffiel. Was wollte man ihm vorwerfen? Dass er seine Missionsziele weit übertroffen hatte?

Hawira stieß ihn leicht an und deutete mit der Hand auf eine Lanze Kuritamechs, die sich etwas abseits des Hauptgeschehens hielt. Ein Blick mit dem Fernglas bestätigte Thomas' Vermutung. Das Ziel seines zweiten Plans war gerade auf dem Schlachtfeld aufgetaucht. Der Mann, der ihn seit seinem Verschwinden von An Ting im gesamten Kombinat wohl am meisten hasste und verachtete: Chu-sa Kasugai Hatsumi.
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Thomas Hessedenz » Mo Jul 06, 2015 6:18 pm

Alshain, Free Republic Rasalhague


Thomas Kiyomori hatte für diese Mission extra den besten VTOL Piloten der Liga mit nach Alshain gebracht. Und dieser machte seinem Ruf alle Ehre als er mit seinem Ferret in Höchstgeschwindigkeit nur wenige Zentimeter über dem Boden flog ohne dass Thomas sich nur einmal unbehaglich fühlte. So dauerte es weniger als zwei Minuten bis sie ihr Ziel erreicht hatten. Die Eile und das Risiko waren absolut notwendig denn ihr Zeitfenster war nur wenige Minuten offen. Und sie mussten unter allen Umständen unentdeckt bleiben.

Als die Gelegenheit für die Headhunter Kompanie gekommen war den Mech von Chu-sa Hatsumi anzugreifen, hatten sie es geschafft, den Offizier vom Rest der Kurita Truppen zu isolieren und dann seinen Mech so schwer beschädigt, dass er ihn mit dem Schleudersitz verlassen musste. An dessen gemeldeter Landestelle war Thomas nun eingetroffen. Die Tatsache, dass der Kuritist bei der Landung zwischen zwei Bäumen kurzzeitig das Bewusstsein verloren hatte machte die Annäherung erfreulich unkompliziert. Er nahm dem Mechkrieger seine Pistole ab und warf sie wenige Meter weiter vor eine Hecke. Dann wartete er bis der Mann die Augen aufschlug.

"Ich grüße sie Chu-sa Hatsumi." sprach er sein Gegenüber an und verbeugte sich leicht. Als dieser realisierte wer da vor ihm stand begann er hastig die Haltegurte der Pilotenliege zu lösen. Thomas forderte ihn höflich auf das zu unterlassen. Als er der Bitte nicht entsprach, zog der Marik Offizier seine Pistole und schoß ihm in den Kopf. Die kleinkalibrige Waffe hatte bei weitem nicht genug Durchschlagskraft um den Neurohelm des Mechkriegers zu durchschlagen. Aber der Treffer würde eine ganze Weile für Kopfschmerzen sorgen. Und er führte dazu dass der Mann den Versuch aufgab sich zu befreien. Stattdessen starrte er sein Gegenüber nun an. In seinem Blick stand Verachtung, mit einer Spur Verwunderung.

"Um ihre Frage zu beantworten, ich bin nicht hier um sie umzubringen. Ich möchte lediglich mit ihnen reden. Es tut mir leid, dass es unter diesen Umständen sein muss aber die ISA ist sehr wachsam dieser Tage, was es mir nicht ermöglicht hat auf andere Weise Kontakt zu ihnen aufzunehmen."

"Was sollte ich mit einem Verräter zu besprechen haben?" keifte der Offizier zurück. Thomas wusste dass er seine Worte mit großem Bedacht wählen musste. Der Chu-sa würde ihm nicht leicht Glauben schenken nachdem er den Drachen verraten und in die Liga desertiert war.

"Der Drache ist stark und unbezwingbar. Seit Jahrhunderten schon trotzt er den Machenschaften der Verräter, die den Sternenbund zum Untergang verurteilt hatten. Ich bin mir sicher, sie hören das tagtäglich in immer wieder wechselnden Ausführungen."

Thomas machte eine kurze Pause bis er sah dass die Verachtung im Blick des Chu-sa Verwirrung gewichen war.

"Aber wir beide wissen es besser oder? Seit Jahrzehnten fließt alles Geld des Drachen und alle Wirtschaftsleistung in die Rüstung und die Ausbildung der Krieger. Und der vierte Nachfolgekrieg hat das Kombinat entgegen aller Verlautbarungen schwer getroffen. Das Volk hungert, die Wirtschaft liegt am Boden und die Streitkräfte sind kaum noch ein Schatten ihrer selbst."

"Und sie sind gekommen um mir das unter die Nase zu reiben? Oder wollen Sie mich etwa überreden ebenfalls mein Volk zu verraten und mit ihnen in die Liga zu kommen? Der Kuritist lachte kurz verächtlich auf. Dann blickte er Thomas herausfordernd an.

"Nein." antwortete dieser knapp. "Ich will ihnen die Möglichkeit bieten ihr Volk zu retten. Die Wirtschaft der Liga ist stark. Und das Interesse an Investitionen in anderen Staaten immens. Und sie haben die Kontakte, die notwendig sind um diese Investitionen zu ermöglichen."
Thomas griff in die Innentasche seiner Jacke und zog eine Disk daraus hervor.

"Hierauf finden sie eine Liste ziviler Firmen, die dringend eine Finanzspritze brauchen und zu deren Führungsetagen sie Beziehungen haben. Außerdem enthält sie Informationen wie und mit wem in der Liga sie Kontakt aufnehmen müssen um eine Zusammenarbeit in die Wege zu leiten. Offiziell lehnen die Regierungen beider Staaten eine wirtschaftliche Zusammenarbeit ab. Also müssen sie vorsichtig sein."

Wieder schnaubte Hatsumi verächtlich. "Und ihnen dabei helfen den Drachen von innen zu unterwandern? Eher sterbe ich."

"Wenn sie und ihre Offizierskollegen sich nicht mehr ganz dumm anstellen, werden sie Alshain mit samt seinen Mechfabriken zurück ins Kombinat holen. Das allein wird dem Drache aber kaum etwas nutzen. Wenn die Wirtschaft sich nicht erholt, geht dem Kombinat bald das Geld aus. Und dann werden die Feinde, allen voran Prinz Davion, kommen und ihr geliebtes Kombinat in Stücke reißen."

" Kleinen Kindern können sie mit diesen Schauergeschichten vielleicht Angst einjagen. Ich empfinde es aber fast schon als Beleidigung dass sie glauben sie könnten mich damit um den Finger wickeln."

Es entstand eine Pause. Es schien fast so als hätten beide Männer ihre unvereinbaren Standpunkte geäußert und nun gäbe es nichts mehr zu sagen. Nach einer Weile zuckte Thomas resignierend die Schultern. Zeit seine letzte Karte auszuspielen.

"Ich werde jetzt gehen Chu-sa Hatsumi. Ab dann liegt das Schicksal des Drachen in ihrer Hand. Nehmen sie die Disk, stellen sie die Kontakte her und retten den Drachen. Oder..." er deutete mit der Hand zu der Stelle wo er die Pistole hingeworfen hatte. "Oder sie geben ihrem Hass und ihrer Verachtung auf mich nach, erschießen mich und sehen dann dem Kombinat beim Sterben zu. Es ist ihre Entscheidung."

Thomas ließ die Disk vor sich auf den Boden fallen, drehte sich um und ging zu dem wartenden VTOL. Nach ein paar Schritten hörte er das Klirren mit dem die Gurte geöffnet wurden, gefolgt von dem dumpfen Poltern mit dem der Neurohelm zu Boden fiel. Dann kam das leise Stampfen der Mechkriegerstiefel auf dem grasbedeckten Boden. Dann eine scheinbar endlose Zeit lang gar nichts. Und nach einer gefühlten Ewigkeit das Klicken mit dem die Waffe entsichert wurde.
Thomas blieb stehen. Er hatte sich schon oft in Lebensgefahr befunden. Noch nie war er allerdings der Situation so hilflos ausgeliefert gewesen. Die Sekunden dehnten sich zu Stunden während er auf das wartete, was auch immer jetzt kommen würde.

"Warum?" hörte er die Stimme des Chu-sa hinter sich. "Warum tun sie das?"

Langsam drehte Thomas sich um. Der Kurita Offizier hielt seine Waffe genau auf ihn gerichtet. Auch wenn er noch nicht tot war, wusste er dass er noch nicht am Ziel war. Langsam ging er auf seinen ehemaligen Offizierskollegen zu bis seine Stirn nur noch eine Handbreit vom Lauf der Pistole entfernt war. Er blickte dem Chu-sa geradewegs in die Augen, seine Stimme war fest aber kaum mehr als ein Flüstern.

"Bei allem was ich aufgegeben habe, was ich opfern musste und was ich getan habe.... für den Drachen... Glauben sie da allen Ernstes ich mache mich einfach so mir nichts dir nichts aus dem Staub nur um so einen blöden Datenspeicher zu erforschen?"


Der VTOL startete und brachte schnell eine große Distanz zwischen die beiden Männer. Gerade noch rechtzeitig bevor die Kurita Sanitäter die Landeposition Chu-sa Hatsumis erreichten und Thomas' Anwesenheit bemerkt hätten. Auch wenn er froh war noch zu leben lastete die Begegnung noch immer schwer auf seinen Schultern. Er wusste nicht welchen Weg Hatsumi einschlagen würde und hatte auch keine Möglichkeit mehr Einfluss darauf zu nehmen. Er konnte nur hoffen dass seine letzten Worte zum Herzen des Chu-sa durchgedrungen waren und er das richtige tat. Wiedereinmal fühlte er sich erschöpft und ausgelaugt.
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Thomas Hessedenz » So Aug 12, 2018 10:18 pm

Ling, Free Worlds League

Thomas Kiyomori stand hinter der Bühne auf der er gleich seine Rede halten würde. Der vierte und damit letzte Flügel des Klinikkomplexes war fertig und wurde am Vortag eröffnet. Heute würde eine er eine Rede halten um alle Beteiligten zu würdigen. Und zu erklären dass seine Aufgabe nun erfüllt sei, er das Szepter abgeben und sich in seinen wohlverdienten Ruhestand begeben würde. Zumindest war das die offizielle Verlautbarung.

In den letzten drei Jahren hatte er sich sehr aus der Öffentlichkeit zurück gezogen. Hatte seine Pläne hier auf Ling, in der Liga und außerhalb voran getrieben und zum Abschluss gebracht. Er hatte kompetente und loyale Getreue um sich geschart und alle wichtigen Positionen mit ihnen besetzt. Er hatte alle Spuren seiner heimlichen Machenschaften beseitigt. Seine Mission war beendet. Endlich, seit ewiger Zeit, fühlte er sich befreit. Befreit von der Last und der Verantwortung die ihn all die Jahre fast erdrückt hatte. Seit jenem Tag als er mit dem damaligen Chef der ISA, dier seine Sorgen um die Zukunft des Kombinats teilte, diese Mission beschlossen hatte.

Aber seit jenem Tag hatte sich vieles verändert. Er hatte viele Rückschläge erlitten, viele Freunde und Verbündete verloren. Und den Zeitplan der Operation um das doppelte überschritten. Manchmal hatte er sogar geglaubt er sei gescheitert. Aber trotz aller Widrigkeiten hatte er niemals aufgegeben. Und jetzt war er hier. Am Ende einer langen Reise. Er fühlte sich alt und verbraucht, aber trotzdem stolz auf seine Arbeit.

Seine engsten Berater hatten ihn fast bedrängt in den Ruhestand zu gehen. Sich endlich die Zeit zu nehmen auch seinen persönlichen Frieden zu finden. Und so verlockend diese Vorstellung auch war er konnte nicht. Eine Sache gab es noch, die einem Überleben des Kombinats und damit dem Kräftegleichgewicht in der inneren Sphäre im Weg stand. Also stand er jetzt hier hinter dieser Bühne, bereit ein letztes Mal das zu tun was getan werden musste.

Auf ein Zeichen eines Technikers, dass alles bereit sei, zog er das Jackett seines Anzugs gerade, dann stieg er die Stufen zur Bühne hinauf. Die versammelte Menge brach in euphorischen Jubel aus als er die Bühne betrat. Er blieb kurz stehen, winkte der Menge lächelnd zu, dann ging er weiter zu dem Rednerpult in der Mitte der Plattform.
Es war ein schöner Sommertag auf Ling. Er spürte die warmen Strahlen der Sonne auf seinem Gesicht, die angenehme Brise, die ihm durch das lichter werdende Haar strich. Und einen stechenden Schmerz in der Brust, der sich explosionsartig in seinen gesamten Oberkörper ausbreitete. Er blickte an sich herab, sah den großen dunklen Fleck auf seinem Jackett. Er spürte wie eine warme Flüssigkeit an ihm herab lief. Seine Hand tastete danach. Er konnte gerade noch erkennen dass sie vollkommen rot war, dann wurde alles schwarz um ihn.
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Rocky » Mo Aug 13, 2018 8:16 pm

*scchnöfffffff* - Das ist soo schön herzzerreißend! :? :( ;)
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Marc Kloczeck » Di Aug 21, 2018 10:37 am

Saso, New Syrtis
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Ein eisiger Wind wehte durch die Straßen und ließ Matthew Barlow frösteln als er, Arm in Arm mit Kym Sorenson, das Restaurante Dukes Pride verließ. Seit seiner Ankunft auf New Syrtis hatte er die vergangenen Tage an der Seite der jungen Frau verbracht. Nachdem sie ihm die Stadt gezeigt und ihm beim Einleben geholfen hatte, hatte er sich entschlossen der süffisanten Aufforderung Kyms sie zum Diner auszuführen nachzukommen. Er hatte sich zunächst gesträubt seinen Gefühlen nachzugeben. Als Militäroffizier musste man auf vieles verzichten, doch letztlich warf er seine Bedenken über Bord und nahm sich vor, von nun an auch nach seinem persönlichen Glück zu streben.

„Es war ein sehr schöner Abend, Kym. Ich danke Dir.“

„Gern geschehen. Ich sagte ja, ich kenne mich in der Stadt aus. Ich kann Dir noch viele weitere Orte zeigen, die Dir die Sprache verschlagen werden.“ Sie lächelte ihn strahlend an und auch er verspürte in diesem Moment ein Gefühl des Glücks, das er schon lange nicht mehr empfunden hatte. Alles schien sich so zu entwickeln, wie er es sich schon immer gewünscht hatte.

„Ich nehme das Angebot an und bin schon gespannt darauf.“ Sie schlenderten zurück zu seiner Wohnung und bewunderten den sternklaren Nachthimmel. Beiden wurden jäh in die Wirklichkeit zurückgeholt als ein junger Mann auf sie rannte und im letzten Moment vor ihnen stehen blieb. Er trug die Felduniform der Davion Heavy Guards, war sichtlich außer Atem, salutierte aber dennoch zackig. „Colonel Barlow, Ihre Anwesenheit ist dringend im Stützpunkt geboten. Wenn Sie mich bitte begleiten würden, Sir.“ Er nickte Kym entschuldigend zu.

„Was ist den los, Corporal? Kann das nicht bis morgen warten?“

„Nein, Sir. Wir haben eine Prioritätsnachricht aus der Liga Freier Welten erhalten.“

Barlow hielt inne. Das konnte nichts Gutes bedeuten. Von Ling trafen in letzter Zeit selten gute Nachrichten ein. „Was ist passiert?“

„Sir, auf Thomas Kiyomori wurde ein Attentat verübt.

Matthew Barlow schloss die Augen und atmete tief durch. Er würde sich schon bald auf eine weitere Reise nach Ling aufmachen müssen.
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Thomas Hessedenz
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Thomas Hessedenz » Mi Aug 29, 2018 9:12 pm

"Hier ist Rachel Griever von ISNN mit einer Sondersendung von Ling aus der Liga freier Welten mit den Neuigkeiten zu dem Anschlag auf General Thomas Kiyomori am vergangenen Wochenende. Vor wenigen Stunden hat das Büro für Öffentlichkeitsarbeit auf Ling eine Presseerklärung angekündigt. Wir schalten nun live zu unserem Reporter Werner Stewart, der direkt vor Ort an der Pressekonferenz teilnimmt.
Werner, in wenigen Augenblicken geht es los. Gibt es schon Vermutungen über was hier heute gesprochen wird?"

In einem kleinen Fenster neben der Moderatorin tauchte das Bild eines Mannes vor einem Hotel auf. Als sie ihre Frage beendet hatte zommte das Fenster heran bis die Übertragung das ganze Bid ausfüllte.

"Hallo Rachel. Ja wir alle hier wurden von der plötzlichen Ankündigung einer Pressekonferenz völlig überrascht. Seit dem Anschlag am vergangenen Sonntag haben sich die Behörden hier auf Ling in absolutes Stillschweigen gehüllt. Es gab keinerlei Information über den Gesundheitszustand des Generals noch über die Hintergründe der Tat oder den Stand der Ermittlungen. Bisher waren alle sogenannten Erkenntnisse reine Spekulationen und Gerüchte. Dass man sich nun so kurzfristig zu einer Pressekonfenz entschieden hat bedeutet wohl dass es eine sehr wichtige Wendung gegeben hat."

"Welcher Art könnte diese Wendung ihrer Meinung nach sein?"

"Auch darüber gibt es bisher nur Spekulationen. Ein Großteil meiner Kollegen hier ging bisher davon aus dass General Kiyomori den Anschlag wohl überlebt hatte. Sollte er jetzt verstorben sein könnte das der Grund der Pressekonferenz sein. Aber genaue Erkenntnisse werden wir wohl erst am Ende der Pressekonferenz haben."

"Angenommen diese Spekulationen wären richtig, welche Bedeutung hätte der Tod General Kiyomoris auf Ling und in der Liga freier Welten? Und darüber hinaus in der Inneren Sphäre, insbesondere natürlich im Draconis Kombinat?"

"Auch diese Frage ist nur spekulativ zu beantworten solange es keine Informationen über die Hintergründe des Anschlags gibt. Kiyomori genießt in der Liga und insbesondere hier auf Ling ein.... Einen Augenblick. Ich höre gerade die Pressekonferenz beginnt. Schalten wir nun also live rein."

Das Bild flackerte kurz, dann sah man einen jungen Mann mitte dreißig in einem schwarzen Anzug. Kiyomoris persönlicher Adjutant Roger Reeves. Er stand auf einem kleinen Rednerpult und lies geduldig das Blitzlichtgewitter über sich ergehen während er offensichtlich darauf wartete dass die Horde Reporter die ihn wild durcheinander rufend mit Fragen bombardierten, ihn auch zu Wort kommen ließen. Als es endlich still wurde begann er zu sprechen.

"Ladies und Gentlemen, ich begrüße sie zu dieser Pressekonferenz. Sie dient dazu sie über den Anschlag auf General Kiyomori zu informieren. Zwischenfragen sind nicht gestattet, sollte diese Regelung nicht eingehalten werden wird die Pressekonferenz abgebrochen."

Er machte eine kurze Pause, trank einen Schluck Wasser, warf einen kurzen Blick auf seine Notizen und sprach dann weiter.

"Das wichtigste zuerst. General Kiyomori wurde bei dem Anschlag vom letzten Wochenende von zwei Geschossen in die Brust getroffen, in der Nähe des Herzens. Obwohl er sehr viel Blut verloren hatte konnten die Ärzte in einer Notoperation sein Leben retten. Sobald er transportfähig war wurde er an einen geheimen Ort verlegt. Sein Zustand ist nicht mehr kritisch, er ist wieder ansprechbar und befindet sich auf dem Wege der Besserung."

Ein erleichtertes Raunen ging durch die Menge der versammelten Reporter. Reeves wartete einen Moment, trank erneut einen Schluck Wasser und sprach dann weiter.

"Zu den Hintergründen der Tat kann ich ihnen leider noch nicht viel sagen. Gestern nachmittag gelang es den örtlichen Polizeibehörden einen Mann aus dem Draconis Kombinat zu verhaften. Wir wissen bisher dass er ein Agent der ISA, des Geheimdienstes des Kombinats, ist. Außerdem wurde die Tatwaffe bei ihm gefunden. Er wurde zur Vernehmung an einen sicheren Ort gebracht. Leider lieferte die Befragung bisher keine Ergebnisse. Sobald wir nähere Einzelheiten erfahren werden wir sie umgehend an sie weiterleiten. Sie haben nun die Möglichkeit Fragen zu stellen."

Die Reporter sprangen fast alle von ihren Sitzen. Wild durcheinander gerufene Fragen prasselten auf den Adjutanten ein.


Thomas Kiyomori schaltete den Fernseher ab und drehte sich langsam zu Hawira und Chiyoko um. Seine Brust schmerzte noch immer bei jeder Bewegung. Aber mittlerweile waren sie erträglich geworden. Kaum spürbar im Vergleich zu den Höllenqualen, die er die ersten beiden Tage nach der Operation zu ertragen hatte.

"Das war sehr gute Arbeit." sagte er mit einem kleinen Maß an Anerkennung in der Stimme.

"Ich bin immer noch der Meinung es war zu riskant." warf Chiyoko ein. "Einen Zentimeter daneben und du wärst tot."

"Mein Leben lag in den besten Händen. Deinen." antwortete Kiyomori. Chiyoko schnaubte nur einmal resignierend. "Außerdem mussten wir ein glaubwürdiges Ereignis liefern um unsere Sicherheitsvorkehrungen zu testen. Wo wir dabei sind, wie sind die Ergebnisse?"

Hawira erhob sich von dem Stuhl auf dem er die Pressekonferenz verfolgt hatte. "Wir haben zwar noch nicht alle Auswertungen vorliegen aber es sieht sehr gut aus. Obwohl die Aktivitäten der uns bekannten Agenten bereits Minuten nach dem Anschlag förmlich explodiert sind gab es bisher keine Sicherheitsverletzungen. Der Standort hier ist weiterhin geheim, die von uns ausgelegten Indizien wurden gefunden und weitergeleitet. Und alle sensiblen oder relevanten Daten, die wir nicht freigegeben hatten, sind auch noch immer sicher."

Kiyomori nickte zufrieden. "Gut. In drei Tagen werde ich zurückkehren. Bereitet alle öffentlichen Auftritte soweit vor dass sie in einer Woche erledigt sind. Dann beginnen wir die Vorbereitungen für unsere letzte Mission."

Die beiden nickten stumm, dann verabschiedeten sie sich kurz und gingen zur Tür. Chiyoko drehte sich noch einmal um. "Eines noch. Matthew Barlow würde sich gerne persönlich davon überzeugen dass du noch lebst."

Ein kurzes freudiges Lächeln schlich sich auf Kiyomoris Züge bevor seine Mine wieder ausdruckslos wurde. "Ich verstehe."
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Re: Atrean Hussars

Beitragvon Marc Kloczeck » So Sep 09, 2018 10:11 am

Saso, New Syrtis
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Als der Corporal in der Abenddämmerung verschwand, bemerkte Kym Sorenson die wachsende Ungeduld ihres Begleiters, Matthew Barlow. Die Nachricht des Attentats auf Thomas Kiyomori hatte sie beide völlig unvorbereitet getroffen. Ihr war die lange Geschichte der beiden Männer bekannt. Nichts destotrotz konnte sie nicht verstehen, wieso Barlow eine solche Sorge für einen Mann empfinden konnte, der in der Vergangenheit auf der anderen Seite des jeweiligen Schlachtfeldes gestanden hatte. Der Mechkrieger hatte sich höflich von ihr verabschiedet und war in seine Wohnung zurückgekehrt. Ihr war klar, dass Barlow nun nach Ling reisen würde. Sie selbst suchte daraufhin ihre eigene Wohnung auf und kontaktierte den MI6. Dieser bestätigte das Attentat, Hintergründe waren aber bisher noch nicht bekannt. Nach eindringlichen Worten ihres Vorgesetzten weiter auf Barlow zu achten und ihn nicht aus den Augen zu lassen, beendete Kym das kurze Gespräch. Sie nahm eine kalte Dusche und machte sich auf den Weg zurück zu Barlow.
Der Mechkrieger wohnte nur zwei Blocks entfernt, sie ging daher zu Fuß. Es war nun kurz vor Mitternacht und ein eisiger Wind pfiff durch die Straßen. Kym nahm die widrigen Umstände kaum wahr, ihre Gedanken kreisten einzig um den eigensinnigen Mechkrieger.

Als Matthew Barlow war einem Jahr zu den Davion Heavy Guards versetzt, und die Regimentskampfgruppe kurz darauf nach New Syrtis verlegt wurde, wurde auch Kym auf die Zentralwelt der Mark Capella versetzt. Ihre Aufgabe hatte vornehmlich darin bestanden die Hintergründe von Nathaniel Haseks Rückkehr in Erfahrung zu bringen. Weiterhin sollte sie aber auch Barlow im Auge behalten. Das Hauptquartier wollte sich in Bezug auf den Mechkrieger absolut sicher sein. Ein ehemaliger Söldner der nun in den regulären Streitkräften diente war kein alltäglicher Anblick. Zumal Matthew Barlow nicht direkt von den Kell Hounds aus versetzt wurde. Er hatte knapp ein Jahr das Sankt Marinus Haus auf Zaniah III besucht, ehe er aus seinem selbst erwählten Exil zurückkehrte.

Kyms Nachforschungen ergaben zunächst keine neuen Informationen. Doch dann entdeckte sie eine Spur, die sie direkt nach Ling in der Liga Freier Welten geführt hatte. Thomas Kiyomori hatte das Draconis Kombinat verlassen und damit die Seiten gewechselt. Ihren Informationen zufolge stand Kiyomori in einer losen Verbindung zu Nathaniel Hasek. Das Hauptquartier beorderte Matthew Barlow nach Ling da er Kiyomori seit Jahren kannte und man sich diese Bekanntschaft zunutze machen wollte. Kym schlug damit zwei Fliegen mit einer Klappe, sie ermittelte weiter in der Sache Nathaniel Hasek und konnte Barlow dabei im Auge behalten.
Barlow erwies sich als engstirniger, aber dennoch zielorientierter Charakter. Sie entschloss sich daher mit dem Mechkrieger zusammen zu arbeiten. Sie deckten gemeinsam die Hintergründe von Kiyomoris Seitenwechsel auf, konnten aber keine Verbindung zu Nathaniel Hasek herstellen. Sie kehrten nach New Syrtis zurück und glaubten dieser Teil der Geschichte wäre damit beendet. Das Attentat auf Thomas Kiyomori zeigte aber, dass dies nicht der Fall war.

Sie eilte durch die dunklen Straßen, zog den mit Daunen bestückten Kragen ihres Overalls höher ins Gesicht und ging weiter. Kym war seit Jahren beim Geheimdienst und genoss ein hohes Ansehen in ihrer Abteilung. Sie hatte gelernt alle Angelegenheiten geschäftsmäßig zu betrachten und keine persönlichen Gefühle dabei aufkommen zu lassen. Bis zu ihrem Aufeinandertreffen mit Matthew Barlow war ihr dies auch immer gelungen. Zunächst taten sich beide schwer sich gegenseitig nicht auf die Nerven zu gehen, doch nach ihrer Rückkehr nach New Syrtis fiel es Kym zusehends schwerer ihre professionelle Distanz zu Barlow aufrecht zu erhalten. Sie machte dem Mechkrieger Avancen und dieser ging zögerlich darauf ein. Sie hatte sich dafür mehrfach getadelt, sie wusste dass ihr Verhalten eines Tages Schwierigkeiten machen würde. Dennoch, auch sie war nur ein Mensch und hatte Gefühle. Zu lange hatte sie diese unterdrückt. Hatte nicht auch sie ein Anrecht darauf?

Kym erreichte ihr Ziel und ehe sie die Eingangstür geöffnet hatte hielt sie inne. Was tat sie hier eigentlich? Wollte sie den Mann, der ihr etwas bedeutete, weiter observieren? Sie verharrte vor der Tür und atmete tief durch. Eine innere Stimme riet ihr einfach zu gehen, während eine andere, die pflichtbewusstere Stimme, sie dazu aufrief ihren Auftrag weiter auszuführen. Nein, das ist einfach falsch, dachte sie sich und machte auf dem Absatz kehrt und verschwand in der eiskalten Nacht.

Fünf Wochen später saß Kym Sorenson im Barrows Inn und bestellte einen Eiskaffee. Ihr gegenüber hatte Matthew Barlow Platz genommen und nippte an einem Kakao. Er war erst gestern von Ling zurückgekehrt und bat um ein Treffen in ihrem liebsten Cafe. Sie warf ihm einen Blick zu und stellte fest, dass der Mechkrieger völlig gelassen war. „Ich nehme an, deine Reise ist zufriedenstellend verlaufen? Wie geht es Thomas Kiyomori?“

„Ihm geht es gut. Er befindet sich auf dem Weg der Besserung.“ Barlow hielt inne und lächelte verschmitzt. Ihm war bewusst dass er damit die Neugierde seiner Begleiterin provozierte. Doch auch sie musste nicht alles wissen. „Meine Reise war rein privater Natur. Ich wollte mich lediglich nach Kiyomori erkundigen. Das war ich ihm schuldig. Ich bin mir sicher, er heckt sicherlich schon die nächste Intrige aus und wird uns alle damit in nicht allzu ferner Zukunft behelligen.“

„Das war es dann also?“

„Wenn es nach mir geht, ja.“ Er blickte ihr tief in die Augen. „Ich kann immer noch nicht sagen ob Thomas Kiyomori mein Freund oder mein Feind ist. Bei einem bin ich mir aber sicher: Auch ich bin für Kiyomori das, was er für mich ist.“

„Das verspricht weiter interessant zu bleiben“, sagte Kym.

„Auf jeden Fall. Und ich will es auch gar nicht anders haben.“ Zufrieden nahmen beide einen Schluck ihres Getränks und genossen den Sonnenuntergang.
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Thomas Hessedenz
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Beitragvon Thomas Hessedenz » Do Jan 02, 2020 3:16 pm

Chiyoko beobachtete General Kiyomori während der ganzen Besprechung. Er wirkte geistesabwesend. Das geschah öfters in letzter Zeit. Und noch häufiger seit dem letzten Besuch von Matthew Barlow vor knapp drei Wochen. Sie war sich nicht sicher ob sie sich deswegen Sorgen machen sollte.
Als die Besprechung zu Ende war blieb sie in ihrem Sessel sitzen und wartete dass die anderen Teilnehmer den Raum verließen. Nachdem der letzte von Ihnen die Tür hinter sich geschlossen hatte musterte sie den General erneut. Er unterschrieb noch einige Dokumente dann sah er zur ihr auf. Eine ganze Weile blickten sie sich schweigend in die Augen, dann seufzte Kiyomori und lehnte sich zurück.

"Ich möchte dass du noch etwas für mich erledigst." sagte er knapp und schob ihr einen Umschlag hin.

Sie nahm ihn, öffnete ihn und zog ein einzelnes Blatt Papier daraus hervor. Ihre Augen weiteten sich vor Überraschung als sie die handgeschriebenen Zeilen las. Sie musste sich kurz sammeln bevor sie das Blatt zurück in den Umschlag schob.

"Bist du dir sicher dass es eine gute Idee ist den Plan so kurzfristig zu ändern?" fragte sie besorgt.

"Wir ändern den Plan nicht. Wir fügen nur ein Detail hinzu. Eines das keiner allzu großen Vorbereitung bedarf." erwiderte er ruhig.

Chiyoko nickte. "Was ist während Barlows Besuch geschehen? Du hast euch beide vollkommen abgeschirmt."

"Nichts ist geschehen. Zwei Freunde haben ein paar Tage gemeinsam die Ruhe genossen."

"Aber warum dann das hier?" fragte sie und deutete auf den Umschlag.

"Es wird Zeit nach Hause zurück zu kehren." antwortete Kiyomori ohne auf ihre Frage einzugehen. "Gib allen Bescheid dass unsere letzte Mission morgen früh bei Sonnenaufgang beginnt."

"Hai." bestätigte sie seine Anweisung mit einem Nicken. Sie war enttäuscht dass er ihre Frage unbeantwortet ließ, hatte aber tief in ihrem Inneren bereits damit gerechnet.

"Und ich möchte dass sämtliche Unterstützung für Nathaniel Hasek eingestellt ist bevor wir die Liga verlassen haben."

Wieder nickte sie und gab einige Anweisungen in ihr Datenpad ein. "Erledigt" sagte sie knapp. Kiyomori nickte zufrieden dann drehte er seinen Stuhl und sah zum Fenster hinaus. Sein Blick schien wieder in die Ferne zu gleiten. Für Chiyoko bedeutete das, dass ihr Gespräch beendet war. Sie erhob sich und ging zur Tür.

"Warte!" Sie blieb stehen und drehte sich wieder zu ihm um. Er sah immer noch mit unverändert teilnahmslosen Blick aus dem Fenster. Sie wartete einige Augenblicke ohne dass er etwas sagte. Gerade als sie dachte sie hätte sich seinen Ruf nur eingebildet und den Raum verlassen wollte drehte er den Kopf in ihre Richtung.

"Er hat es verdient die Wahrheit zu erfahren." sagte er knapp und starrte dann wieder aus dem Fenster.
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